Brides of Bloods - FilmFlausen.de
                          




Brides of Blood


‘A mad scientist uses radiation brainwaves to transform humans into cannibalistic monsters.’


Originaltitel: Brides of Blood (1968)
Regie: Gerardo de Leon, Eddie Romero
Darsteller: Kent Taylor, Beverly Powers, John Ashley FSK: unbekannt


’Brides of Blood’ beschreibt die erste Etappe einer vierteiligen Horror-Exploitation-Reihe von den Co-Regisseuren Eddie Romero (’Beyond Atlantis’) und Gerardo de Leon (’The Blood Drinkers’). Ein Film, in dessen Vorschau allen unverheirateten weiblichen Zuschauern versprochen wurde, dass sie einen imitierten Verlobungs- oder Hochzeitsring bei jeder Vorstellung erhalten würden.

KEKSE!!!
Im Zentrum der Handlung liegt die Insel ’Blood Island’, kein Ort, an den ein Mensch mit gesundem Verstand freiwillig segeln würde. Unsere Protagonisten sind allerdings Abgesandte der amerikanischen Regierung, was das mit dem gesunden Menschenverstand auch gleich relativiert. Nach atomaren Versuchen soll Dr. Henderson (Kent Taylor, des armen Mannes Vincent Price) die Vegetation der Insel auf Anomalien kontrollieren. Nicht lange nach dem seltsamen Empfang durch die Eingeborenen (die gerade irgendwelche Gebeine ins Wasser schmeißen) stoßen er, seine Frau und Begleiter Jim tatsächlich auf erste Anzeichen einer Veränderung. Ohne hier zuviel verraten zu wollen, beschreibe ich die Ereignisse mal wie folgt: BÄUME GREIFEN MENSCHEN AN! Warum ist den Besuchern noch unklar, doch dann machen sie Bekanntschaft mit Esteban Powers, dem inseleigenen Wissenschaftler. (Wow… ein Mad Scientist namens Esteban Powers und er spielt Klavier!!!) Nach dem Expositions-Palawer über Radioaktivität und Mutation werden die Protagonisten Zeuge weiterer merkwürdiger Vorkommnisse.
Um eine besonders mörderische Kreatur im Zaum zu halten, opfern die Eingeborenen in bester ’Kong’-Manier periodisch knackige Jungfrauen. Als sich einer der Neuankömmlinge in die Inselschönheit Alma verliebt und diese demnächst ebenfalls dem Monster ausgehändigt werden soll, eskaliert die Situation...

Is’ ja wie auf Fantasy Island!
Grapschende Bäume, attackierende Kakteen, windende Wurzeln, schreiende Ginsterbüsche und beißende Schmetterlinge. Hier ist niemand sicher, der bis drei nicht auf den Bäumen ist… nee Moment… das macht keinen Sinn.
Aber wer sucht schon nach Sinn in einem Film wie ’Brides of Blood’? Hier gibt es Monster & Mädels, Sex und Sünde, Trommeln, Buschfeuer und Kleinwüchsige, die das Frühstück bringen. Fehlerfrei ist die Chose natürlich nicht. Zuviel Sprech, zu wenig Action und nicht annähernd genug Monsterei. Auch kommt echter Grusel hier kaum auf, mehr der Spaß an der Freude beim Zuschauen von mörderischen Kohlrüben, die ganze Bekleidungs-Monturen von Frauen schälen können. Die Schauspieler machen sich dabei glücklicherweise (für sie) nicht zum Affen, die Musik stemmt sich mit der üblichen Schreckens-Gewalt ins Ohr und die Effekte sind so herrlich trashig, dass wahrscheinlich nur ein ausgebildeter Müllmann sie hinterher wieder wegmachen konnte. Was die abschließende, fünfminütige Anti-Climax-Tribal-Dance-Szene zu bedeuten hatte, ist allerdings nur schwer nachzuvollziehen. Aber was solls, wenn wir das den Ewoks gönnen, warum nicht auch den Eingeborenen von ’Blood Island’?!

“Jetzt ist aber mal gut hier mit dem dummen Naturschutz!“

Den Leuten, die Horror-Pulp-Abenteuer im Stile eines ’Beyond Atlantis’ lieben und von Filmen wie ’Das Geheimnis der Todesinsel’ nicht genug bekommen können, seien die ’Bräute des Blutes’ näher gelegt. Alle anderen lachen hier aus und nicht mit.


Hudson