Camp des Grauens 2


‘When you go camping just take the essentials’


Originaltitel: Sleepaway Camp II: Unhappy Campers (1988)
Regie: Michael A. Simpson Drehbuch: Fritz Gordon & Robert Hiltzik
Darsteller: Pamela Springsteen, Renée Estevez, Tony Higgins FSK: 18


Angela ist wieder da!
Nachdem die im Finale des ersten Teils für einen höllischen Twist verantwortliche und sexuell verwirrte junge Dame nach ein paar Jahren aus der Anstalt entlassen wurde, hat sie nun tatsächlich eine Anstellung als Leiterin eines Sommercamps gefunden. Wow. Der Berufsberater hätte Freddy Krueger wahrscheinlich auch als Kindergärtner vermittelt.

Fesselnde Spannung!
Und was will Angela im Camp ’Rolling Hills’? Ganz einfach, sie will einen Haufen Happy Camper um sich haben und wehe einer benimmt sich daneben, nippt etwa abseits der Gruppe am Moonshine, zieht ’ne Tüte durch, hat Sex oder wagt es auch nur, den Laden zu kritisieren. Dann kommen bei Angela nämlich die alten Gewohnheiten wieder durch und die Besucherzahl wird von Tag zu Tag geringer…

Hach schön, Ferienlager. Nachtwanderungen, Lagerfeuer, lustige Gruppenspiele, Kumbaya, my Lord, Kinderolympiade und Kills, Kills, Kills. Letztere mit viel Fantasie und ausgeführt von Angela, dem weiblichen Jason der Slasher-Szene. Nur quasi offiziell und von der Campleitung eingestellt. Irre.

Fäkales Grauen!
Dargestellt wird die resolute Killer-Uschi übrigens von Pamela Springsteen (’Future Project’), der Schwester vom ’Boss’ (nein, nicht meinem Boss oder Möbel Boss, sondern Bruce Springsteen, ihr verzogenen Abkömmlinge dieser schnelllebigen Zeit!). Die ist zwar keine sonderlich gute Schauspielerin, hat die Rolle aber bestens im Griff. Außer ihr und Genre-Haudegen Walter Gotell (’Puppetmaster 3’) tummeln sich hier nur platte Blondinenschnittchen und dümmlich grinsende College-Stullen durch den Mörderforst. Macht aber nichts. Solche Brote haben wenigstens kein Problem damit, hier und da mal blank zu ziehen.
Neben einigen Seitenhieben auf die Konkurrenz (man achte auf das urige US-Poster), zeichnet sich der zweite Teil der amüsant käsigen ’Sleepaway Camp’-Saga vor allem durch einige recht gemeine Morde (Stichwort: Plumpsklo voller Egel) und makabere Sprüche from out of the left field (“Ich hoffe du hast kein AIDS, oder so?“) aus. Natürlich nur, wenn man in diesem Zusammenhang überhaupt von ’Auszeichnung’ reden kann.

“Warte, was ist mit dem Killer geschehen?“
“Ich hab zwei Theorien gehört: Entweder der Kerl ist tot oder er verkauft in Hollywood elektrische Fleischwölfe.“

Fahrlässige Nachahmung!

Fazit: Wer will denn pingelig sein? ’Camp des Grauens 2’ ist eben nur ein Slasher und die sind im Allgemeinen kaum mit cineastischer Güte gestraft. Wem eine handvoll uriger Kills, zwei handvoll Titten, ein Hauch Cheese-Rock und eine eindeutig gewollt komische Grundeinstellung den Abend versüßen können, der kann den Zucker stehen lassen und hier einschalten.


Hudson