Krieg der Eispiraten


‘You have to be there to see it.’


Originaltitel: The Ice Pirates (1984) Regie: Stewart Raffill
Drehbuch: Stewart Raffill & Stanford Sherman
Darsteller: Robert Urich, Mary Crosby, Michael D. Roberts FSK: 12


Nach einem großen interplanetaren Krieg sind die Wasserreserven aller Sternensysteme erschöpft (hm, die haben wohl mit Wasserpistolen gekämpft). Nur auf dem Planeten Mithra, der von den übellaunigen Templern beherrscht wird, ist das kühle Nass noch reichlich vorhanden, was bedeutet:

Bunt ist das Eispiraten-
Dasein & granatenstark!
Die Jungs sind quasi Alleinherrscher der Galaxis.
Die rebellischen ’Eispiraten’ (u.a. Angelica Huston & Ron Perlman, sowie ein Haufen verrückter Roboter) unter Captain Jason (Robert ’Spenser’ Urich) sind damit ganz und gar nicht einverstanden und haben sich (wie es der Name schon andeutet) auf das Kapern von Eiskreuzern der Templer spezialistiert. Bei ihrem letzten Raubzug werden sie allerdings geschnappt und auf dem Planeten Mithra ihrem Schicksal als kastrierte Eunuch-Pagen zugeführt. Kurz vor dem 'SchnippSchnappPimmelAb' interveniert jedoch Prinzessin Karina und flieht mit Jason ins sichere Piraten-Nest. Ihre Hilfe war allerdings nicht umsonst. Jason und seine Mannschaft sollen helfen, ihren Vater zu finden, der auf der Suche nach der sagenumwobenen ’7. Welt’ verschollen ist, auf der es noch Unmengen von Wasser geben soll.

Prinzessin Karina, ein böses Imperium, das alle Sternensysteme unterdrückt, Rebellen, ein Raumschiff-Pirat, Roboter, Aliens… klingt das nicht irgendwie bekannt?
Allerdings! Und nicht nur der ’Krieg der Sterne’ wird hier zitiert, auch Klassiker wie ’Alien’ werden auf die Schippe genommen (“Wir haben Weltraum-Herpes!“), im Fernsehen läuft ’Rollerball’ und die Außenaufnahmen der Hauptstadt des Planeten Mithra sehen verdächtig nach dem Science Fiction Klassiker ’Flucht ins 23. Jhd.’ aus.
Obwohl wir uns hier nicht im High-Budget Bereich befinden, hat ’Krieg der Eispiraten’ sowohl eine durchaus brauchbare Space-Optik, als auch einfallsreiche Ausstattung zu bieten.

Selbst der 'Road Warrior'
kriegt sein Fett weg!
Die Szenerie ist vollgepfroft mit spleenigen Elementen, skurrilen Wesen, urigen Sets. Andauernd passiert irgendetwas, überall gibt es ein neues Detail zu entdecken. (Bösewichter im Kettenhemd, deren Ähnlichkeit mit den ’Rittern der Kokosnuss’ nicht von der Hand zu weisen sind, Aliens bei der Notdurft, Amazonen auf Einhörnern oder Sonnengedämpftes Fondue mit Eidechsen-Keule). Langeweile kommt hier jedenfalls nicht auf.
Die Darsteller schienen ebenfalls ihren Spaß gehabt zu haben. TV-Schauspieler Robert Urich, Michael D. Roberts und Ron Perlman (’Hellboy’) geben einen ulkigen Haufen ab. Und auch wenn es ungewohnt ist, Angelica Houston (’Die Tiefseetaucher’) in solchem Material zu begutachten, spielt sie ihren Part als Piratenbraut mit der ihr so eigenen aber recht sympathischen Hochnäsigkeit wie immer souverän.
Alberne Dialoge aus der Sprüche-Küche (Pirat: “Das ist unser Schönling mit seinem Neger... ich meine; ’in Begleitung eines Farbigen’!“ Papagei: “HEEAAHH! IN BEGLEITUNG EINES FARBIGEN!“), ein launiger Score und das völlig abgedrehte ’Zeitraffer-Finale’ geben diesem unbeachteten Kleinod aus dem Jahre 1984 den letzten Schliff.

Jackson, Spenser, Hellboy und Morticia Addams

Kuriose Figuren, stimmungsvolle Action, verrückte Ausstattung und einen dicken Sack voll Flausen machen diesem schrulligen Pritatenfilm im All zu einem höchst vergnüglichen Glotz-Erlebnis im überdurchschnittlichen B-Bereich.

Hudson