Elmer


“It's A Headache From Hell!”


Originaltitel: Brain Damage (1988) Regie& Drehbuch: Frank Henenlotter
Darsteller: Rick Hearst, Gordon MacDonald, Jennifer Lowry FSK: 18


Ein alter Mann kehrt heim, mit einer Familienpackung Schweinehirn. Gerade will seine Frau die Delikatesse an einen gewissen Elmer verfüttern, als sie zu ihrem Entsetzen feststellen muss; Elmer ist weg! Chaos entsteht, die Wohnung wird hemmungslos umgekrempelt. Wie wilde Junkies auf der Suche nach Stoff zerwühlt das alte Paar ihre Behausung!

Willkommen in Frank Henenlotters Drogen-Monster-Trash-Groteske ’Elmer’, ein Film der vor den schwerwiegenden Folgen einer Sucht warnt und zwar auf ziemlich drastische Art und Weise!

Happa, Happa!
Im selben Haus, wie die älteren Herrschaften vom Anfang, lebt Brian (Rick Hearst), ein junger Mann, dessen Leben bisher in geregelten Bahnen verlief. Als seine Freundin und sein bester Kumpel ihn eines Abends abholen wollen, lehnt der angeschlagene Frank ab, im Glauben er hätte sich eine Grippe geholt. Tatsächlich hat er sich aber den anfangs gesuchten Elmer eingefangen, einen uralten sprechenden Parasiten, der den Menschen seltsam angenehme Halluzinationen beschert. Für lange Zeit verweilte er unter der Obhut des alten Paares, doch nun benötigt er einen frischen, unverbrauchten Geist: Brian.
Dem verspricht Elmer ein Leben voller Licht und Freude! Brian willigt ein und wird immer tiefer in die Abhängigkeit zu dem erbarmungslosen Parasiten gezogen. Doch Elmer braucht bald mehr Hirne und das bedeutet Menschenopfer.
Als Brian merkt, dass Leben auf dem Spiel stehen, ist es längst zu spät, er ist fest in Elmers Gewalt….

"Ich hab das Quietsche-
Entchen wirklich nicht!"
Heikle Thematik trifft Splatter-Trash.
’Elmer’ ist wirklich schwer in einer Sparte unterzubringen und erscheint zuweilen, wie die Trash-Ausgabe eines Cronenbergschen Body-Horrors.
Extrem widerliche Szenen, wie der Elmer-Fellatio oder die Szene in der Brian eine meterlange Nabelschnur aus seinem Ohr zieht, werden immer wieder durch die urige Präsenz des Parasiten unterbrochen, der auch schon mal Show- und Gesangseinlagen darbietet. Der Grat zwischen kranken Ideen, Gewalt und Humor ist verdammt schmal und dürfte ’Elmer’ nicht unbedingt jedem Zuschauer zugänglich machen.
Hauptdarsteller Rick Hearts gibt einen solch überzeugenden Junkie ab, dass es erschreckend ist. Die anderen Rollen sind ebenfalls ordentlich besetzt, wobei allerdings einige Nebendarsteller (z. B. das ältere Ehepaar) ein wenig dick auftragen. Die Spezial-Effekte sind trotz eindeutiger Designschwächen sehr passend. Der kleine Wurmklumpen Elmer sieht teils niedlich, teils furchterregend aus, eben genau wie ihn die Geschichte darstellt.
Und für alle Henenlotter Fans gibt es sogar ein kurzes Wiedersehen mit Kevin van Hentenryck (dem Helden aus ’Basket Case’) und seinem Korb.

"Herr Ober, die Leberwurst redet!"

’Elmer’ ist ein schwer verdaulicher und dennoch zu empfehlender Psycho-Ekel-Trip, der es mal besser, mal schlechter vermag, seine Trash-Wurzeln hinter einer kritischen Message zu verbergen und bis zum pointierten Finale spannend bleibt.

Hudson