Der am 12. Februar 1940 in Brooklyn, New York in eine Großfamilie (sechs Geschwister) irischer Abstammung geborene Richard Lynch ist Freunden der Glotzunterhaltung vornehmlich als Charakterdarsteller und Bösewicht in unzähligen TV-Serien und Genre-Filmen bekannt.
Er diente vier Jahre im US Marine Corps und schaffte es zum Rang eines Corporals, bevor er die ’H.B. Studios’-Schauspielschule in Greenwich Village besuchte und später von ’Method Acting’-Papst Lee Strasberg persönlich an der Carnegie Hall lernte.
Zu jener Zeit experimentierte Lynch exzessiv mit Drogen und zündete sich nach einem LSD-Trip im Central Park selbst an. Dieses Ereignis verschaffte ihm nicht nur sein Markenzeichen (das “leicht lädierte Antlitz“), er verarbeitete es sowohl in einer Antidrogen-Doku, als auch 1988 im Film ’Vision der Dunkelheit’, in dem er den wahnsinnigen Anführer einer Sekte spielte, der sich und seine Schafe durch eine Feuersbrunst ins Jenseits beförderte.
1970 wurde Lynch Mitglied auf Lebenszeit im New Yorker ’Actors Studios’ und spielte unzählige Broadway-Shows (z.B. ’The Lion in Winter’, ’Richard III’ und ’A view from the bridge’). Sein Filmdebüt hatte er 1973 in dem Drama ’Scarecrow’ neben Al Pacino und Gene Hackman. Der Film verschaffte ihm den Durchbruch in Hollywood und eine Rolle in dem ’French Connection’-Quasi-Spin Off ’Die Seven-Ups’.
Es folgten Auftritte in weiteren Spielfilmen (u. a. als David Carridines Widersacher in der Corman-Produktion ’Deathsport’, 1978) und zahlreichen Fernsehshows (’Starsky & Hutch’, ’Kampfstern Galactica’, ’Buck Rogers’, ’2 Engel für Charlie’ etc.), bis er 1979 schließlich auch in Hauptrollen sein Können unter Beweis stellen durfte. Genre-Cracks loben Lynchs Performance als Vampirfürst Voytek im TV-Horror ’Der Großstadtvampir’ und als Ex-Knacki im Auftrag des Gesetzes in ’Delta Fox’.
1982 gewann Lynch den Saturn Award für die ’Beste männliche Nebenrolle’ als schurkischer Cromwell in Albert Pyuns Sword & Sorcery-Reißer ’Talon - Im Kampf gegen das Imperium’. Mit diesem Auftritt und dem als Bösewicht Kadar in Ruggero Deotatos ’Die Barbaren’ war Lynch in zwei der besten Barbarenfilme überhaupt zugegen und bekommt einen Ehrenplatz unter der ’Liga der Flausenschurken’.
Zwischendurch verschlug es ihn in Genre-Ware wie ’The Last Ninja’, den Exploitation-Schnitzler ’Cut & Run’, den Polit-Thriller ’Little Nikita’ und in den Kampf gegen Chuck Norris in der Action-Beule ’Invasion USA’. Neben weiteren Gastrollen in etlichen TV-Serien wie ’Star Trek: TNG’, ’Jake & McCabe’ und ’Hunter’ veredelte Lynch Grütz-Granaten der Sorte ’Alligator 2 - Mutationsbestie’ und ’Dragon Fury’, aber auch ’Full Moon’-Heuler der Sorte ’Trancers 2’ und Puppetmaster 3’. Noch heute ist er in Genrefilmen aller Couleur unterwegs.
Das Schauspiel ist eine Familienangelegenheit im Hause Lynch. Richard spielte sowohl gemeinsam mit seinem Bruder Barry, seinem Sohn Christopher, als auch mit seiner Frau Lily.
Zudem war er nicht nur in einer chinesisch/amerikanischen Schauspiel-Kooperation namens ’The Korean Project’ tätig, er spielt auch Saxophon, Gitarre, Flöte und Piano, spricht fließend Deutsch, Spanisch, Russisch, Italienisch und Swahili und war 2007 als Präsident der Vereinigten Staaten im Lucha Action-Spaß ’Mil Mascaras vs. the Aztec Mummy’ zu sehen.
Hudson