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Mitarbeiter des Monats
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Ed Wood
Ladies & Gents (and everything in between): Mr. Edward D. Wood Jr.
Edward D. Wood Jr. - kurz Ed Wood. Ein Name, dessen bloße Erwähnung bei jedem, der etwas von unserer Lieblings-Kunstform versteht, irgendeine Reaktion auslösen sollte. Seien es sich-hochstellende-Nackenhaare, oder ein zufriedenes Grinsen, aber an Eddie und seinem Renommee kommt man irgendwie nicht vorbei. Mit dem schweren Ruf, der 'schlechteste Regisseur aller Zeiten' zu sein, hat sich Wood zwar noch bei Generationen nach seinem Tod Ruhm und Ehre, aber auch Belustigung eingeholt.
Ob nun durch sein ungewöhnliches Privatleben, wie seine Leidenschaft für das Tragen von Damenkleidung, oder durch seine (in jeder Form) ungewöhnlichen filmischen Werke, Wood bleibt unvergessen. Sein erster und wohl persönlichster Film war 'Glen or Glenda?' - ein bizarres, verrücktes, konfuses, und fast dramatisches Stückchen Filmgeschichte. Irgendwo zwischem Psycho-Trip, Exploitation und 50er Jahre Aufklärungs-Video berichtet Wood in seinem Erstling über Glen/da (gespielt vom Meister persönlich), und dessen (bzw. sein eigenes) Leben als Transvestit. An seiner Seite spielen dabei seine derzeitige Lebensgefährtin Dolores Fuller und Horror-Legende Bela Lugosi. Der Film fand natürlich kein wirkliches Publikum, und blieb deshalb der letzte Ed Wood Film, dessen Produzent nicht Ed Wood hieß. Sein nächster Film war eine Art Krimi namens 'Jail Bait', und ganz objektiv eine seiner besten Arbeiten als Regisseur. Für diesen Film konnte Wood Darsteller wie Lyle Talbot und den späteren Herkules-Star Steve Reeves gewinnen und schuf einen wirklich unterhaltsamen Film, der ohne den üblichen Hokus Pokus wie ständiges Archivmaterial (allein in Glen or Glenda über 13 Minuten) und sinnlose Erzähler auskam.
Ein Jahr später folgte ein weiterer Klassiker. ’Bride of the Monster’ - starring Bela Lugosi & Tor Johnson. Für mich persönlich, sein schönster Film, neben dem alles in den Schatten stellenden 'Plan 9 from Outer Space'. Bela Lugosi in seiner immer gerne gesehenen Rolle als verrückter Wissenschafter, der seinen Assistenten mit der Peitsche züchtigt, gegen eine Riesen-Krake kämpft und eine Armee von Super-Menschen erschaffen will - mehr kann sich kein Film-Freund wünschen! Auch ist der Film weitaus besser als sein Ruf. Wie jedes Wood'sche Werk hat er zwar seine Fehlerchen, aber wenn das Ziel eines Filmemachers ist, sein Publikum glücklich zu machen bzw. zu unterhalten, hat Wood es mit diesem Film geschafft.
Gehen wir nun vier weitere Jahre in die Zukunft, 1959: Ed Woods Lebenswerk und sein ganzer filmischer Stolz - ’Plan 9 from Outer Space’. Man könnte mit der Beschreibung dieses Films Seiten füllen, und ich wäre nicht der erste, der es versucht. Es gibt so viel Trivia, so viele Geschichten, so viele Gerüchte, und angeblich sogar Filmfehler, dass ich mich hier eigentlich kürzer fassen möchte, zumal das meiste (Bela Lugosi-Double, Ufos an Fäden oder der Ruf als 'schlechtester Film aller Zeiten') sowieso den meisten bekannt sein dürfte. Ich zitiere an dieser Stelle einfach Wood selbst:
"If you want to know me, see 'Glen or Glenda'. That's me, that's my story, no question. But 'Plan 9' is my pride and joy."
Für mehr Informationen empfehle ich u.a. die Dokumentation 'Flying Saucers over Hollywood - The Plan 9 Companion', die sich sowohl auf der deutschen als auch auf der amerikanischen DVD als Bonus befindet.
Nach einer viel zu kurzen Reihe von weiteren B-Movies driftete Wood später immer weiter in einen Teil des Geschäfts ab, in dem er sicher nie landen wollte und wirkte unter anderem an erfolglosen Pornos mit. Er verfiel dem Alkohol und starb 1978 schließlich im Alter von 54 Jahren. Bis zu seinem Tod war er mit seiner zweiten Frau Kathy zusammen, die ihn auch in harten Zeiten unterstützt hatte.
Ed Wood ist und bleibt ein nicht wegzudenkender Teil der Filmwelt - egal als was man ihn sehen möchte. Für die einen der Macher von purem Trash, für die anderen ein verborgenes Talent, für mich ein Regisseur von viel Leidenschaft und Mut. Sein Ruhm führte unter anderem zum großartigen Tim Burton Film 'Ed Wood', in dem Wood fabelhaft von Johnny Depp gespielt wird, zahlreichen Dokumentationen, Inspiration für Filmemacher von David Lynch bis zu Fred Olen Ray und sogar einer Art Religion, der 'Church of Ed Wood'. Abschließend kann man nur hoffen, dass Wood im Tod mehr Frieden findet, als zu Lebzeiten, und ihm ein aufrichtiger Funken Respekt erhalten bleibt.
Spooner
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