Al Adamson wurde im Juli 1929 ausgerechnet in Hollywood, als Sohn der Schauspielerin Dolores Booth und des Klein-Darstellers und Regisseurs Victor Adamson geboren.
Mit einem Filmschaffenden zum Vater - auch wenn dieser größtenteils billige Western in den 30er Jahren, allerdings bereits 1910 den Ein-Mann Film 'Stockman Joe' fabrizierte -wurde Al ein gewisses Film-Gen wohl in die Wiege gelegt. Sein erstes Werk 'Half Way to Hell' entstand 1961 nach seiner eigenen Story, mit seinem Vater als Co-Regisseur. Neben einer Rolle als Kind 1935 in einem Film seines alten Herren war dies auch einer von Als wenigen Auftritten
vor der Kamera.
Nachdem er einmal Blut geleckt hatte, gründete Adamson in den 60ern zusammen mit seinem Produzenten Sam Sherman eine kleine Produktions-Firma namens ’Independent-International Pictures’ und los ging es mit einigen der berüchtigsten Drive-In Klassikern aller Zeiten. 1965 entstand der Science Fiction Thriller 'Psycho a Go-Go', 1969 folgte das actionreiche Western-Drama 'The Female Bunch', der sleazige Biker-Klassiker 'Sadisten des Satans', sogar ein paar Zusatz-Szenen zu Rolf Olsens 'Auf der Reeperbahn nachts um halb eins' und der Horror-Schlock 'Blood of Dracula's Castle' mit John Carradine in der unvergessenen Rolle von George, dem Butler.
Im Folgejahr ging es auf gleicher Stufe weiter. Nach einem Biker-Trasher namens 'Hell's Bloody Devils' folgte das berüchtigte Science-Fiction-Vampir-Steinzeit-Batmänner-gegen-Höhlenmenschen-Spektakel 'Horror of the Blood Monsters' featuring John Carradine. Und wenn dieser Film eines ist, dann ein klassisches Beispiel für Adamson'schen Spaß. Aus den Überresten eines staubigen Schwarz/Weiss-Steinzeitfilms (mit Eidechsen als Dinosauriern) und den Überbleibseln eines unveröffentlichten Sci-Fi Flicks machte Al mit ein paar absurden Monster-Szenen, einem Voice Over von 'dem Vampir' (gespielt von Adamson persönlich, der hier klingt, als würde Uwe Boll mit einem Bela Lugosi-Akzent sprechen) und der genialen Erklärung, dass das Schwarz/Weiss Material aufgrund ausserirdischer Farb-Strahlen plötzlich rot oder blau wird, einen völlig wahnsinnigen Genre-Mix. Wer jetzt lacht, soll erstmal ein paar bessere Ideen hören lassen. Und auch wenn sich Al selbst im Action-Genre am wohlsten gefühlt hat, ging es mit obskuren Horror-Vehikeln wie 'Brain of Blood', 'Dracula vs. Frankenstein' oder dem Stock Footage Overkill 'Blood of Ghastly Horror' weiter. Als einige seiner besten Filme gelten seine Blaxploitation-Werke 'Dynamite Brothers', 'Black Samurai' und 'Mean Mother', sowie Sex-Filme der Marke 'The Naughty Stewardesses', für den er als Marketing sogar einen gefaketen Protest in die Wege leitete, dessen Nachfolger 'Blazing Stewardesses' und das sexy Science Fiction Musical 'Cinderella 2000'.
Viele interessante Leute begleiteten Al Adamson auf seiner Laufbahn. Abgesehen von zukünftigen (B-)Stars wie Russ Tamblyn und Ross Hagen, besetzte Al auch Urgesteine vom Kaliber eines John Carradine oder Lon Chaney Jr. Auch zu erwähnen ist seine Zusammenarbeit mit den beiden mittlerweile bekannten Kinematografen Vilmos Zsigmond und László Kovács (R.I.P., 2007), die bei Filmen wie 'Ghostbusters', 'New York, New York', 'Easy Rider' (Kovács), 'Blow Out', 'Assassins' oder 'Maverick' (Zsigmond) die Kamera schwangen.
1983 zog sich Adamson aus dem Filmgeschäft zurück und arbeitete erfolgreich im Immobiliengeschäft, bis er 1995 nach wiedererweckter Popularität seiner Drive In-Werke in Erwägung zog, erneut Regie zu führen. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen.
Al Adamson starb überraschend und gewaltsam, als er im Alter von 66 Jahren von einem Betrüger namens Fred Fulford ermordet wurde. Nach einer Vermisstenanzeige fanden Polizisten seine Leiche unter dem Beton seines neuen Whirpools. Ein ungewöhnliches Ende, für einen ungewöhnlichen Filmemacher.
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