Jeffrey Combs, geboren im September 1954 in Oxnard, Kalifornien ist vor allem unter Horror-Fans längst ein Kult-Darsteller. Am besten bekannt dürfe er für seine herrlich trockene Darstellung des Dr. Herbert West in Stuart Gordon's 'Re-Animator' Filmen sein, doch hat er auch manch andere Genre-Werke durch seine Anwesenheit bereichert.
Combs, der mit mehreren Geschwistern in Lompoc aufwuchs, interessierte sich schon während des Studiums für Schauspielerei. Er besuchte die 'Pacific Conservatory of the Performing Arts' in Santa Maria und nahm außerdem an einem Schauspieltraining an der University of Washington in Seattle teil, bevor er sich erstmals am Theater versuchte. Für einige Jahre stand er auf verschiedenen Theaterbühnen von San Diego bis L.A., wo er Anfang der 80er Jahre auch hinzog.
Seine filmische Laufbahn begann 1981, als er in der Action-Komödie 'Honky Tonk Freeway' und dem Drama 'Who's Life Is It Anyway?' auftauchte. In den folgenden Jahren blieb es für ihn bei kleineren Filmrollen, z.B. im Horrorstreifen 'Frightmare' und dem Steve Martin Klassiker 'Der Mann mit zwei Gehirnen', in dem er bereits 2 Jahre vor seinem Durchbruch als Dr. West mit dem Mad Scientist-Subgenre in Berührung kam. 1985 war es dann so weit, Stuart Gordon drehte mit 'Re-Animator' einen meisterhaften Horror-Klassiker, der blutige Effekte und Witz gleichermaßen vereinte und Combs‘ Figur ‘Herbert West’ wurde zu einer Ikone des modernen Horrorfilms. In der Rolle des skrupellosen, jungen Arztes, der mit seinem Mitbewohner die Toten re-animiert, könnte man sich heute keinen anderen mehr vorstellen. Combs verleiht Herbert West durch seine bloße Mimik, seine unterkühlte Sicht der Dinge und verstecktem Wahnsinn so viel Fiesheit und gleichzeitig Humor, dass es eine wahre Freude für den Zuschauer ist. 1986 spielte Combs erneut in einem Stuart Gordon Film, der ebenfalls auf einer H.P. Lovecraft Vorlage basierte: From Beyond. Zwar erreicht dieser Film (jedenfalls meiner Meinung nach) nicht die Klasse von Re-Animator, kann sich aber dank toller Cast, Effekte und Ideen trotzdem als absoluten Leckerbissen für Horror-Fans bezeichnen. Ein Jahr später folgte Jeffreys erste Zusammenarbeit mit *Trommelwirbel* B-König Fred Olen Ray, in seinem Motorrad Sci-Fi Action Kunstfilm 'Cyclone', in dem Jeff als Freund von Heather Thomas auftreten durfte. Nach dem er in den späten 80ern dann sowohl in 'Tote leben länger', als auch einem weiteren Fred Olen Ray-Streifen, dem legendären 'Phantom Empire' mit Sybille Danning mitwirkte, folgte 1990 die langersehnte Fortsetzung 'Bride of Re-Animator', die dem Original aber leider nicht mehr das Wasser reichen konnte. Im selben Jahre spielte er gleich ein weiteres Mal bei Stuart Gordon mit, dieses Mal in seinem Maschinenwesen-Epos 'Robot Jox'.
1991 war Combs in 'Death Falls' (nach einem Drehbuch von George 'Buck' Flower, everyone!) und (once more) Stuart Gordon's ’Full Moon’ Horror 'Meister des Grauens' (aka 'The Pit and the Pendulum') an der Seite von Lance Henrikson zu sehen. Auch wenn Combs während der 90er kaum noch so großartige Rollen spielte wie Herbert West, mogelte er sich doch durch manch ulkigen Genre-Streifen, wie 'Guyver', 'Trancers II' , 'Fortress' und natürlich auch noch einen H.P. Lovecraft-Horror namens 'Necromonicon'.
Als er '95 ein weiteres Mal für Gordon vor der Kamera stand (übrigens auch erneut mit Barbara Crampton), war es für den weniger überzeugenden 'Castle Freak', dem aber bald wieder ein Spitzenfilm folgen sollte. Und das war 1996 Peter Jacksons 'The Frighteners', in dem Combs als psychopathisches FBI Arschloch (mit ‘ner Uzi!) ’Agent Dammers’ noch mal alles geben konnte. In den 90ern war er im Übrigen auch in zahlreichen TV-Shows, unter Anderem einer Folge ‘Ein Single kommt selten allein’, aber vornehmlich Science Fiction Serien zu sehen und ist daher heute auch unter 'Star Trek' Fans beliebt. Immerhin spielte er sowohl in 'Deep Space Nine' als auch der neuen 'Enterprise' Serie gleich mehrere Rollen und wirkte auch bei einer 'Voyager' Folge mit (vorgesprochen hat er übrigens auch für Commander Riker in 'Star Trek: The Next Generation', der später von Jonathan Frakes gespielt wurde). Ende der 90er wurde Combs dann für das Remake des William Castle Klassikers 'House on Haunted Hill' und dessen Fortsetzung, sowie für das Sequel zum Teen-Slasher 'Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast' reaktiviert, in dem er sich als Hotel Clerk massakriegen lassen musste.
Nachdem er im Jahr 2000 mit 'Faust' unter Horror-Regisseur Brian Yuzna arbeitete, beschloss dieser 3 Jahre später endlich einen dritten Teil der Re-Animator Reihe zu drehen. So konnte Dr. West 2003 in 'Beyond Re-Animator' ein weiteres Mal aufleben und wie immer überzeugen. In den letzten 10 Jahren hat sich Combs dann weiterhin durch allerhand mehr oder weniger billige Horrorfilme ('Shark Man', 'Satanic' , 'Abominable'), einige Remakes ('Wizard of Gore' , 'The Toolbox Murders') und eine 'Masters of Horror' Episode als Edgar Allen Poe persönlich(!) gespielt und ist auch heute noch gut im Geschäft.
Ob man ihn als Herbert West (oder den ersten 'Lovecraftian actor' allgemein) kennt, seine diversen Star Trek Abenteuer mit verfolgt hat, oder dabei war, wie er als Agent Dammers den Kopf verloren hat, Jeffrey Combs ist ein toller Schauspieler, den Fans des fantastischen Films stets treu gewesen und war die Inspiration für mein diesjähriges Halloween-Kostüm. Er hat seine Erwähnung auf dieser Seite mehr als verdient.
Spooner