Brion James wurde am 20. Februar 1945 in Redlands, Kalifornien geboren. Er verbrachte einen großen Teil seiner Kindheit im Kino, das seine Eltern Jimmy und Ida Mae betrieben und war schon in jungen Jahren auf der Theaterbühne aktiv.
Nach dem Highschool-Abschluss ging er nach San Diego, wo er an der State University Theaterkünste studierte. Nach dem Abschluss zog es ihn nach New York.
Fortan war Brion in diversen Theater-Stücken zu sehen, freundete sich mit dem zukünftigen Schauspieler und B-Film-Star Tim Thomerson an und diente an dessen Seite sogar im Vietnam-Krieg als Koch.
1975 hatte James seinen ersten Fernsehauftritt in 'Die Gangsterschlacht von Kansas City', in der er einen Schurken verkörperte. Eine Rolle, die er nicht das letzte Mal spielen würde.
Nach Gastspielen in TV-Serien wie 'Rockford', 'Mork vom Ork', 'Kampfstern Galactica' und einem kleinen Part in 'Wenn der Postmann zweimal klingelt' entdeckte ihn Regisseur Walter Hill für
seinen Backwood-Survival-Film 'Die letzten Amerikaner'. Die Zusammenarbeit mit Action-Spezi Hill wurde in 'Nur 48 Stunden', dessen Fortsetzung 'Und wieder 48 Stunden', sowie in 'Red Heat' fortgesetzt.
Der Durchbruch kam schließlich mit Ridley Scotts Science-Fiktion-Bombe 'Blade Runner'. Brion James spielte den Replikanten 'Leon', ein Auftritt, der ihm endlich die verdiente Aufmerksamkeit in der Branche verschaffte.
Sam Raimi besetzte ihn in 'Die Killer-Akademie', Lawrence Kasdan gab ihm eine kleine Rolle in 'Silverado' und Paul Verhoeven engagierte Brion für sein martialisches Mittelalter-Vehikel 'Fleisch & Blood', in dem
der immer populärer werdende 'Character Actor' bereits zum dritten Mal an der Seite von Rutger Hauer ('Die Brut des Adlers') zu sehen war.
Es folgten Rollen in Wolfgang Petersens 'Enemy Mine',
dem Patrick Swayze Endzeit-Debakel 'Steel Dawn', dem amüsanteren Endzeit-Jux 'Cherry 2000' und einem der etlichen 'D.O.A'-Remakes. Nach etlichen Auftritten in mal besseren, mal schlechteren Action-
('Red Scorpion', 'Tango & Cash') und Horror-Filmen ('Mom', 'Horror House III') war Brion James 1992 in Robert Altmans viel gelobter Hollywood-Satire 'The Player' zu sehen. Womöglich bis dato sein künstlerischer Höhepunkt, denn von da an schlug er sich durch Fernseh-Serien wie 'M.A.N.T.I.S.' und eine Reihe von B-, C- und Z-Filmen ('Future Shock', 'Frogtown 2', 'Time Runner'), lediglich unterbrochen von dem einen oder anderen Hollywood-Schinken ('Tödliche Nähe').
Dieser Ausflug ins Bodenlose, den er wahrscheinlich seinem 'Type-Casting', dem beschränkten Rollenangebot aufgrund seines Schurken-Images zu verdanken hatte, wurde 1997 von Luc Besson gestoppt, als er James den Part des 'General Munro' in seinem Science-Fiktion-Epos 'Das fünfte Element' gab.
Ein Jahr später holte ihn der deutsche Regisseur Thomas Jahn für einen witzigen Mini-Auftritt in seiner Filmbranchen-Persiflage 'Kai Rabe gegen die Vatikankiller' nach Deutschland (einen ähnlichen Auftritt hatte Jahn im Jahr zuvor für 'Knockin' on Heavens Door' schon Rutger Hauer abgeschwatzt).
Das Jahr 1999 sollte zugleich sein produktivstes, als auch sein letztes auf Erden sein.
Kurz vor seinem Tod beantwortete er die Frage nach dem Geheimnis seines Erfolges mit (übersetzt):
"Harte Arbeit. Man muss es lernen. Es ist wie bei jedem anderen Beruf. Ich habe 10 Jahre Theater gespielt. Ich habe zwei Jahre [...] in New York studiert. Ich habe meine Kunst gelernt. Du musst lernen, wie du einen Charakter erschaffst. [...] Egal was ich gemacht habe, es war alles verschieden.
Ich habe 125 Filme gemacht und über 100 TV-Shows und du hast nie den selben Charakter von mir zweimal gesehen. Ich denke jetzt, wo ich in meinen Fünfzigern bin, und Duvall, Finney und Hackman die kommen groß raus in ihren Sechzigern, jetzt ist meine Zeit. Und ich werde auf Nummer sicher gehen, dass ich in ihrer Liga spiele. Also habe ich meine beste Arbeit noch vor mir."
Nur wenige Tage später, am 9. August 1999, verstarb Brion James, der schon als Kind das Kino liebte und der das Schauspiel für seine Bestimmung hielt, an den Folgen eines Herzinfarktes, in den ihn womöglich seine unermüdliche Arbeit getrieben hatte.
Brion James wird von zahllosen Fans vermisst und niemals vergessen werden. Es gab nur wenige "Leinwand-Schurken" für die wir solch große Sympathie empfanden, wie für ihm.
Hudson
Brion James, eine Filmauswahl:
Phoenix Point (2003)
Kai Rabe gegen die Vatikankiller (1998)
Fünfte Element, Das (1997)
Cyberjack (1995)
Jagd in der grünen Hölle (1995)
Scanner Cop - Die ultimative Waffe (1994)
Radioland Murders - Wahnsinn auf Sendung (1994)
Brain Smasher (1993)
Time Runner (1993)
Tödliche Nähe (1993)
Frogtown II (1993)
Nemesis (1993)
Future Shock (1993)
Player, The (1992)
Metamorphosis II - Die Stunde des Monsters (1991)
Und wieder 48 Stunden (1990)
Mom (1990)
Tango & Cash (1989)
Red Scorpion (1989)
Red Heat (1988)
Maniac City (1988)
D.O.A. - Bei Ankunft Mord (1988)
Steel Dawn - Die Fährte des Siegers (1987)
Cherry 2000 (1986)
Androiden - Sie sind unter uns, Die (1986)
Killer-Akademie, Die (1985)
Silverado (1985)
Flesh + Blood (1985)
Enemy Mine - Geliebter Feind (1985)
Brut des Adlers (1984)
Blade Runner, Der (1982)
Nur 48 Stunden (1982)
Wenn der Postmann zweimal klingelt (1981)
Letzten Amerikaner, Die (1981)
KISS - Von Phantomen gejagt (1978)
Klapperschlangen beißen nicht (1976)
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