From Beyond – Aliens des Grauens


‘Everything is alive...and hungry.’


Originaltitel: From Beyond (1986) Regie: Stuart Gordon
Drehbuch: Stuart Gordon, Dennis Paoli, Brian Yuzna & H.P. Lovecraft
Darsteller: Jeffrey Combs, Barbara Crampton, Ken Foree FSK: 18


Ah, the memories!
‘Aliens des Grauens’ aka ’From Beyond’ war einer dieser Filme, die man als naseweißer Teenie vor langer, langer Zeit im samstäglichen Mitternachtsprogramm der ‘Wilden Hilde’ auf RTL entdeckte und fasziniert & entsetzt zugleich war.

In einer dunklen, dunklen Straße, da steht ein dunkles, dunkles Haus und in dem dunklen, dunklen Haus das steht ein seltsames Labor.

Hier oben schweben sie alle
Hier forschen Dr. Pretorius (Ted Sorel) und sein Assistent Crawford Tillinghast (Jeffrey Combs) an einem Projekt, bei dem die Zirbeldrüse stimuliert werden soll, um den Sexten Sinn weiterzuentwickeln. Dies wäre kein Horror-Film von Stuart Gordon, wenn nicht etwas gewaltig schief gehen würde und lovecraftschte Wesen aus einem versehentlich erschaffenen Portal kämen und mindestens einer Person die Rübe abbeißen würden (nämlich dem guten Professor).
Woop, Woop, erklingt der ’Sound of da Police’ und Tillinghast wird in die Irren-Anstalt eingeliefert. Da die Offiziellen nicht schlau aus ihm werden, nimmt sich Dr. McMicheals (Barbara Crampton) seiner an und findet nach einer Tomographie einen seltsamen Wuchs in seinem Kopf. Was erst nach einem Tumor aussieht, entpuppt sich als wachsende Zirbeldrüse. Das passt auch irgendwie zu seinen wirren Schwafeleien von einem ’dritten Auge’. Die Ärztin will nun sehen, was wirklich an der Sache dran ist und kann sich durchsetzen, die Experimente in Pretorius’ Labor mit Hilfe von Tillinghast und dem Polizisten Bubba (Ken Foree) fortzusetzen. Dabei öffnen sie die Tür in ein paralleles Universum voller entsetzlicher Schrecken und erleben ihr blaues Wunder…

Wenn ich ’From Beyond’ mit einem Wort beschreiben sollte, würde ich ’wahnsinnig’ wählen. Was hier an fremdartiger Optik, derben Effekten und durchdringenden Darstellungen präsentiert wird, sprengt locker jede Zwangsjacke.

Beinahe Disco-Feeling.
Nur die Kleiderordnung nervt.
Stuart Gordon und und Co-Autor/Co-Produzent Brian Yuzna holten sich ihre ’Re-Animator’-Stars Barbara Crampton (’Shopping’) und Jeffrey Combs (’Phantom Empire’) ins Boot und ergänzten sie mit ’Dawn of the Dead’-Hüne Ken Foree.
Combs spielt hier gegen sein Image des (in ’Re-Animator’ etablierten und in späteren Filmen erneut aufgegriffenen) Mad-Scientist-Ekels an, ohne jedoch auf den Schienen eines zweidimensionalen Good Guys zu agieren. Seine körperlich und geistig gequälte Figur wird von ihm mit einer solchen Intensität verkörpert, dass sein Bild noch Jahre nachdem ich den Film zum ersten mal sah, in meinem Kopf herumspukte.
Zwar spielen Barbara Crampton und Ken Foree nur Variationen ihrer populärsten Rollen, können diese aber mit interessanten Nuancen versehen. Foree steht der gezeigte Humor sehr gut.

Ihr solltet seine andere
Seite sehen!
Schade, dass der Mann seither nur in den hinteren Reihen irgendwelcher Schundfilme versteckt wurde. Dass Ms. Crampton mit Freizügigkeit kein Problem hat, wissen Kenner ihrer Filme. Hier huscht sie sogar im Bondage-Fummel durch die Flure, was freilich zur Story gehört (echt jetzt!), allerdings auch einige Zuschauer unpassend belustigen könnte.
Die verdammt harten und teilweise recht widerlichen FX von ’Todesjäger’-Effektor und späterem ’Troll’- Regisseur John Carl Buechler ziehen mir auch heute noch fast die Schuhe aus. Wenn ihr die Untiefen der Möglichkeiten von Animatronik und Make-Up-FX ausloten wollt: Look no further! (Except for ’The Thing’). Da mag ich es kaum glauben, dass der Film mit der Kohle von Schund-Mäzen Charles Band (’Shadowzone’) finanziert wurde, dessen Bruder Richard einen passend düsteren Score ablieferte.

’From Beyond’ ist ein wirklich hervorragender, fieser, kleiner Genre-Klassiker, den man dank des eindringlichen Spiels von Jeffrey Combs und der intensiv-krassen Spezial-Effekte nicht so schnell vergessen dürfte. Ein absolutes Muss für Liebhaber echten Horrors.

Hudson