Jack Brooks: Monster Slayer


‘All work and no RAGE makes Jack a dull boy’


Originaltitel: Jack Brooks: Monster Slayer (2007) Regie: Jon Knautz
Drehbuch: John Ainslie, Jon Knautz, Trevor Matthews & Patrick White
Darsteller: Trevor Matthews, Robert Englund, Rachel Skarsten FSK: unbekannt



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One Eye Doom-Keule

Sie sind wieder da, die guten alten Zeiten. Hausgemacht, sympathisch und straight to rubber monster hell kommt ’Jack Brooks: Monster Slayer’ im Geiste eines Achtziger Jahre Creature Features daher, dass es eine Freude ist.
Jack Brooks (Trevor Matthews) ist Klempner, hasst seinen Job, versucht sich vergeblich an der Uni, wird von seiner Freundin gestresst und von Aggressionen geplagt, die er einem traumatischen Erlebnis in der Kinheit verdankt. Beim Camping-Ausflug vor 20 Jahren wurden Schwesterchen, Mom & Dad von einem Waldtroll Marke ’Uruk Hai’ vor seinen Augen zerfetzt. Sowas bleibt stecken und verschafft den einen oder anderen Aggro-Knacks. Sein Psychotherapeut kann nicht helfen, seine Kommilitonen nerven und sein Professor (Robert Englund) ist zu zerstreut, um sich der Probleme des jungen Mannes anzunehmen. Bald soll er selbst große Probleme kommen. Als Jack eines Abends beim Prof. die Rohre richten soll, knallt der Druck nicht nur Ventile aus dem Kessel, sondern auch ein Loch in die Leitung unter dem Rasen hinterm Haus. In bester Tradition von ’The Gate’ öffnet sich ein Spalt im Boden und entlässt einen Nebel des Grauens, der Professor Crowley (der Name lässt Okkult-Freunde aufhorchen) für kurze Zeit zu einem willenlossen Buddelflink mutieren lässt, der eine gewaltige Kiste aus dem Garten gräbt. Als er am nächsten Morgen wieder nüchtern den Inhalt des Behälters prüft, findet er die Gebeine eines Toten, nebst eines Herzens.

Er hat immer geschwänzt!
Ein Herz, das anfängt zu schlagen, als Crowley es in die Hand nimmt. Frei nach dem Motto: Von der Hand in den Mund, zwingen böse Mächte den Prof, das Herz zu verschlingen und Wirt für einen dämonischen Parasiten zu werden. Die Legende um das ’Herz des Dämons’ wird Jack bald von einem senilen Hardware Store-Fuzzi mit “Dieser Ort ist verfluuuucht!“-Masche (amüsant: David Fox) erklärt. Noch weiß Jack nichts mit dieser Information anzufangen, doch als der Professor nach Fleisch-Völlerei während einer Chemiestunde schließlich zum raketenwurmartigen Tentakel-Kotzbrocken mutiert und seine Mitschüler in zombiehafte Henchmen verwandelt, ist endlich die positive Anwendung von Jacks Aggressionen gefragt. Big Time!

Das war mal wieder nötig. As Old School as it gets! Aber eins nach dem anderen:
Nach dem traumatischen Überfall auf die Familie schlendert ’Jack Brooks’ recht gemäßigt durch das erste Drittel, nimmt sich Zeit für seine Figuren, spielt mit Klischees (und Lovecraftschen Mythen), bedient sie (College-Kurse auf dem Niveau einer Chemiestunde der 6. Klasse) und schafft eine Legende, die zwar bekannte Versatzstücke des Genres aufbackt, als Basis für das Geschehen jedoch genau so gut funktioniert, wie der stimmungsvolle Soundtrack.
Hauptdarsteller Trevor Matthews trifft mit seiner charismatisch absurden Darstellung des zerissenen Titelhelden ins Herz der Zuschauer und dürfte bald mehr zu tun bekommen.

Nutty Professor? Nut yet!
Robert Englund beweist (nach seinem Ahab im genialen ’Leslie Vernon’) einmal mehr sein komödiantisches Talent im Horror-Fach jenseits des ’Nightmare’-Zenits, spielt seinen Professor Crowley als eine Variante von Christopher Lloyds ’Doc Brown’ und wird später zum fleischfressenden Weirdo turned possessed, puking Professor, im Stile von Gregg Henrys Charakter aus ’Slither’. Auch der Rest der Cast ist gut dabei, besonders amüsant sind James A. Woods als Streberdude John und Rachel Skarsten als ewig nervende Freundin von Jack.
Die Stars des Films sind allerdings die grandiosen Effekte. Angefangen bei den erstaunlich überzeugenden Monster-Suits (Zyklop & Waldtroll) bis hin zu bösartig amüsanten Splatter-Einlagen, werden hier sämtliche Register der saftigen ’Body Blows’-Unterhaltung gezogen.
Wenn Englund zum Muttertier, einer Art dämonischer Alien-Queen, mutiert und die vollendete Inkarnation aussieht, wie eine Mischung aus Jabba the Hutt, Bill Paxtons Chet-Mutant aus ’L.I.S.A.’ und dem Kopf eines ’Troll 2’-Goblins, schlägt die Pumpe eines Monster-Fans mit der Kraft der zwei Herzen.
Hier war Liebe für die Kunst im Spiel und das kann man in Zeiten von Dreibuchstaben-Overkill aus der Rechenkiste gar nicht hoch genug honorieren.

“You’re not okay and that’s why she’s not okay and that’s making me a little not okay and that’s not okay, okay?”

Gas, Wasser Scheiße?
Eher Dunst, Blut, Monster!

’Jack Brooks’ braucht ein wenig, um in die Gänge zu kommen, nutzt die ausgedehnte Vorbereitungszeit für das große Monster Slaying im letzten Drittel allerdings zur Vorstellung seines eigenen Mythos, seiner Charaktere und einiger Ideen, die herzerwärmend an die glorreichen Zeiten des guten alten Achtziger Jahre Horrors erinnern. Wenn es im letzten Drittel dann heißt ’When the going gets tough, the tough gets going’ und Monster-Action, viel Gemansche und ganz, ganz große & fertige Creature FX ins Spiel kommen, wird der Kickass-Klempner nach der Abblende sicherlich einen Haufen Fans rekrutiert haben, die sich Hoffnungen auf eine mögliche Franchise machen werden. Zu Recht!


Hudson