Mad Doctor of Blood Island


‘No Waiting. No Appointment. No Escape!’


Originaltitel: Mad Doctor of Blood Island (1968)
Regie: Gerardo de Leon, Eddie Romero Drehbuch: Reuben Canoy
Darsteller: John Ashley, Angelique Pettyjohn, Ronald Remy FSK: unbekannt


“Now The Mad Doctor of Blood Island Invites You To Join Him In Taking The Oath Of Green Blood-“

Hallo und herzlich willkommen zum zweiten Teil der ’Blood Island’-Saga. Und schon geht die lustige Zitaterei weiter:

Überdosis Sumpfsuppe
“Ich, eine lebendige, atmende Kreatur kosmischer Macht bin nun bereit, das Reich jener zu betreten, denen es erlaubt ist vom Saft des Mystischen Smaragd zu trinken. Ich schließe mich dem Orden des Grünen Blutes mit gewilltem Geiste an und durch die Kraft dieses Gebräus bin ich vorbereitet die unnatürlichen Grünblüter ohne Angst vor Ansteckungen zu sehen!“
Dieser von mir grob übersetzte Monolog dient als Einleitung für ’Mad Doctor of Blood Island’, zu dem einige Jugendliche (quasi als Warm-Up-Gag) grünes Gesöff aus zwielichtigen Phiolen schlürfen.
Kurz darauf sehen wir auch schon den letzten Überlebenden aus dem ersten Teil (John Ashley), der unter neuer Identität zur Insel des Blutes zurückkehrt (’Unoffizielles Sequel’ nennt man so etwas wohl). Im Schlepptau hat er eine nette Dame (Angelique Pettyjohn), die hier ihren Vater sucht und einen jungen Eingeborenen, der mal wieder einen we… der seiner Herzdame einen Besuch auf dem Eiland abstattet.
Wie schon in Teil 1 gibt es auf der Insel einen verrückten Wissenschaftler (das hätte sich bei dem Titel ’Mad Doctor of Blood Island’ sicher keiner zu träumen gewagt), nämlich Dr. Lorca (Ronald Remy, der ’Glatzen-Dracula’ aus ’The Blood Drinkers’). Und selbstverständlich hat der Doc, wie jeder vorbildliche Vetreter der Mad-Scientist-Zunft, seine Finger in irgendwelchen illegalen Experimenten zu stecken. Es dauert nicht lange, bis grüne Gestalten ’Blood Island’ zu einer Touristenfalle der monströsen Art machen…

...Heyyy, Hooo, Heyyy, Hooo...
Ist es das ’Ding aus dem Sumpf’? Ist es der ’Unglaubliche Hulk’? Nein, es ist noch nicht einmal das Monster aus ’Brides of Blood’, sondern diverse Chlorophyll-Zombies, die mittlerweile ganz einfach zu ’Blood Islands’ Lokalkolorit gehören. Bis auf John Ashley, der hier nochmal einen ähnlich angelegten Pomade-Peterle spielt, hat dieses Sequel nicht mehr viel mit dem Original zu tun. Oder sie haben einfach nur auf der anderen Seite der Insel gedreht.
Geändert hat sich optisch trotzdem nix. Die Damen der Schöpfung hoppeln nach wie vor textilfrei duch’s Unterholz, erneut verfolgt von fies mutierten Gestalten. Eingefangen wird dieser Monsterreigen wieder von Eddie Romero und Gerardo de Leon, die hier einen leicht unangenehmen Knick in die Optik zauberten, indem sie ihren Kameramann glauben ließen, dass ein spastischer Wackel-Zoom (vor zurück vor zurück vor zurück… 3 mal pro Sekunde!) als Ausdruck innovativer Kunst zu interpretieren sei. Störend fällt auch das zuweilen egozentrische Lamentieren des Dr. Lorca auf, der übrigens aussieht wie ein Gangster aus einem TOHO-Kaiju-Streifen. Das Pensum an blutigem Gekröse, das den Protagonisten um die Ohren fliegt ist hingegen erstaunlich und brauchte zur damaligen Zeit den Vergleich mit H.G. Lewis ’Glotter-Extraordinaire’ nicht zu scheuen.

GOJIIIRAAAA!

Fazit: Exotisches Trash-Cinema der simpelsten Art. Das Prinzip ’Halbnackte und Monster jagen sich im Dschungel’ geht irgendwie immer auf und Liebhaber dieser Art von Ramsch freuen sich die Götterspeise ins Hirn. Na bitte.


Hudson