Der Planet Saturn lässt schön grüßen


‘The first new horror creature’


Originaltitel: The Incredible Melting Man (1977) Regie & Drehbuch: William Sachs Darsteller: Alex Rebar, Burr DeBenning, Myron Healey FSK: 18


„Es gibt nichts Schöneres, als zu sehen wie die Sonne durch die Saturn-Ringe scheint!“

Die Space-Kur
hat angeschlagen.
Da hat sich Astronaut Steve West aber kräftig geirrt. Denn kurz darauf gibt es eine Explosion und die Lichter gehen aus.
Einige Zeit später erwacht West völlig vermummt in einem Krankenhausbett und stellt fest, dass seine Haut total zerstört ist! Durch den Unfall im All wurde aus dem einstigen Raumpiloten der Schmelz-Man, ein radioaktives Schmadder-Wesen. Auf der Suche nach menschlichen Zellen geht er slbstredend über Leichen und findet in Oberschwester Hildegard gleich sein erstes Opfer.
Während sich West desweiteren an Anglern, Kindern („Mutti, Miutti! Ich hab Frankenstein gesehn!“) und Akt-Fotografen („Stell dich nicht so an, ich mach dich berühmt!“) vorbei manscht, nimmt sein alter Freund, Dr. Nelson die Verfolgung auf. Da die Sache so streng geheim ist, darf Nelson keine Unterstützung rufen. Also schleicht er mutterseelen allein mit einem Geigerzähler durch’s Unterholz und kommt so dem Schmelz-Man tatsächlich langsam auf die Spur („Mein Gott, das ist ein Ohr von ihm!“).

Petri Heil!
Ich muss gestehen: Ich hatte mir viel von diesem Streifen versprochen. Doch leider hatten mich wohl der verheißungsvolle Titel, das urige Cover und die Lobeshymnen von Kollege Spooner zu sehr angeheizt. Der Film wurde meinen Erwartungen jedenfalls nicht gerecht. Was den Film in den Durchschnitt rettet sind eindeutig das gut gemachte (und gegen Enden ziemlich grantige) Glotter-Make-Up von Effekt Guru Rick Baker (’Star Wars’, ’American Werewolf’).
Ansonsten schleicht der Schmelz-Man durch den Orangenhein und ähnliche Gebüsche, greift sich hie und da mal einen Rentner, tropft eitrig vor sich hin und das dabei handelt es sich noch um die unterhaltsamen Szenen des Films. Also nichts, was wir nicht schon mal woanders (und auch besser) gesehen hätten. Dass beim Finale dann nochmal das Adrenalin hochgefahren wird und uns eine recht ironische Schluss-Szene geboten wird, stimmte mich dann doch noch einmal milde. Zudem gibt es gleich zu Beginn eine witzige, weil völlig fehl am Platz wirkende Verfolgung, inklusive der beliebten Horrorfilm-Tools ’Slow-Motion Floor Running’ & ’First Person Perspective Victim Grabbing’. Irre!
Leuten die an Melt-Movies interessiert sind, kann ich persönlich nur ’Street Trash’ als Alternative empfehlen. Ein Vergleich, dem der ’Incredible Melting Man’ jedoch niemals standhalten kann.

"Iiiiich schmeeelze!"

’Planet Saturn lässt schön grüßen’ … von wem auch immer. Ich grüße zurück, fordere für’s nächste mal aber etwas handfesteres, als leicht angegammelten Schmelzkäse der dritten Art.

Hudson