Re-Animator


‘Death Is Just The Beginning...’


Originaltitel: Re-Animator (1985) Regie: Stuart Gordon
Drehbuch: Dennis Paoli, William Norris, Stuart Gordon & H.P. Lovecraft
Darsteller: Jeffrey Combs, Bruce Abbott, Barbara Crampton FSK: 18


’Re-Animation’, die Möglichkeit, Tote zum Leben zu erwecken ist so alt, wie das Horror-Genre selbst. Das fängt schon bei ’Frankenstein’ an und geht bis zu den gegenwärtigen Zombie-Geschichten. Anno 1985 erschuf der bis dato unbekannte Regisseur Stuart Gordon einen Film zum Thema, der die altbewährten Aspekte mit einem neuzeitlichen ’Mad-Scientist’ und eimerweise Blut versetzte und somit einen der ’sogenannten’ modernen Klassiker schuf.

Wem dieses ’sogenannt’ zu kritisch klingt, der liegt gar nicht so falsch. Schon vor ca. 5 jahren versuchte ich mich an der (geschnittenen) deutschen Fassung des Filmes und wurde ziemlich enttäuscht. Von allen Seiten der Genre-Bekanntschaft beschimpft (“Doch nicht die geschnittene Version, du Idiot!“ “Der beste Horrorfilm aller Zeiten!“), schob ich meine eher unterkühlte Meinung auf den Fassungs-Zustand des Tapes und ließ auch erstmal die Hände von den beiden Fortsetzungen.

Aber bevor ich nun ein aktuelles Update meiner Meinung abgebe, erstmal zur Handlung:

Sauber und Vergeblich...
Während der junge Mediziner Cain verzweifelt versucht, das Leben seiner Patienten zu retten, hat sein verrückter neuer Kollege und Kommilitone West während seines Studiums in der Schweiz ein Serum erfunden, welches die Toten ins Leben wieder zurückholen soll. Cains voreiliges Entsetzen wird bald von der Faszination ob dieses Wunders getilgt. Wenig später ist er dem modernen Frankenstein ein gefälliger Igor, der mit ihm im eigenen Keller Forschungen an den Grenzen der Legalität nachgeht.
Als der hochmütige Chefarzt der Universität Dr. Hill davon erfährt, versucht er West zu erpressen. Da ist er aber an den Falschen geraten und wird ungeniert auf rabiate Art und Weise in die Experimente desselben miteinbezogen...

Heute: ’Re-Animator’ ist ganz bestimmt nicht der ’beste Horror-Film aller Zeiten’ (wahrscheinlich nicht einmal einer davon). Da ich dieses zwingend notwendige Statemant nun los bin, kann ich mich besten Gewissens über die erstaunlich positiven Seiten des Filmes (der, wie bei Stuart Gordon nicht unüblich, auf einer Geschichte von H.P. Lovecraft basiert) auslassen.

...Dreckig und Erfolgreich!
Hauptaugenmerk ist hier zweifelsohne der exzessive Einsatz von bluttriefenden Gore-FX, die eine Klasse für sich darstellen.
Wie zum Besipiel die kopflose Leiche Dr. Hills mit der eigenen Rübe auf dem Tablett durch die Flure schlürft und sich dann zwecks Kommunikation mit einem anderem Re-Animierten nochmal auf den Stumpf pappt, sollte jeder Genre-Fan miterlebt haben.
Überhaupt sind die Effekte so reichhaltig vorhanden, wie sie eklig sind. Magenfestigkeit ist eine Grundvorraussetzung.
Die Schauspieler sind (angesichts des Schwerpunktes auf Blut und Schmadder) erstaunlich gut. Bruce Abbott (kennt man als Selbstzjustizler aus der Serie ’Die Verschwörer’) und David Gale (’Guyver: Dark Hero’) bieten mit ihren jeweiligen Figuren den nötigen Kontrast zu Dr. West. Barbara Crampton, die auch in vielen späteren Filmen von Gordon mitwirkte (’Castle Freak’), hat als ’Damsel in Distress’ nicht wirklich viel zu tun, als angewidert rumzuhüpfen oder zu kreischen, bis die Anästhesistin kommt. Herausragend ist Jeffey Combs (’Cyclone’), der mit seinem Herbert West einen ’Mad Scientist’ par excellence darstellt, welcher bald zu einer Kultfigur unter Fans avancierte.

“Sie kriegen niemals die Anerkennung für meine Arbeit. Wer glaubt einem
sprechenden Kopf? Suchen sie sich einen Job auf einem Jahrmarkt!“

Stuart Gordon hat mit ’Re-Animator’ weder den Splatter-Cup gewonnen, noch den Horror-Film revolutioniert. Ihm ist aber ein verdammt unterhaltsames, blutiges und zugegeben ’kultiges’ Genre-Stück gelungen, dass Freunden komödiantischer Leib- und Magengrütze sicherlich Begeisterung entlocken wird.

Hudson