Star Crash – Sterne im Duell


From a vast and distant galaxy... A Space Adventure for all Time!


Originaltitel: Starcrash (1979) Regie: Luigi Cozzi
Drehbuch: Luigi Cozzi & Nat Wachsberger
Darsteller: Marjoe Gortner, Caroline Munro, David Hasselhoff FSK: 12


Hoch die Tassen! Ab die Hüte!
Luigi Cozzi ('Herkules') ist wieder da und diesmal nimmt er uns mit ins All.
Ganz recht: bunte (Weihnachts?-) Sterne, Erdbeer-Milchstraßen und Smartie-Kometen beherrschen die ersten Bilder von ’Star Crash’, einer absurden Science Fiction Trash-Mär aus den Weiten der unendlichen Leere des Hirnes von Signore Cozzi (der sich auch gerne mal Lewis Coates nennt).

Der Weltraum... Unendliche Murmeln.

Die beiden vogelfreien Weltraum-Schmuggler Akton (Marjoe Gortner, ’Erdbeben’) & Stellar Star (Caroline Munro, 'Der sechste Kontinet') werden von der Space-Police gejagt und bald in eine Minen-Gefängniskolonie gepfercht (in der Stella erstmal einen Bikini verpasst bekommt, den sie auch den restlichen Film über tragen wird!). Da ihr die Strahlung in der Mine bald auf’s Make-Up schlägt, zettelt sie gekonnt einen Aufstand an (’gekonnt’ weil alle dabei drauf gehen, außer Stella selbst!) Das Raumschiff von Al, einem sprücheklopfenden Police-Robot (mit dämlichem Südstaaten-Akzent in der Original-Version) wartet schon am Strand auf sie, doch ’Glückes Geschick’, nicht um sie erneut zu verhaften, sondern um sie zum Kaiser des ersten Kreises des Universums (Christoper Plummer, ’Star Trek 6’) zu bringen. Dessen Hologram schickt die Truppe aus, um die Pläne des wahnsinnigen Weltraum-Bösewichts Lord Zarth Arn (Joe Spinelli, ’Der Pate 2’) zu unterwandern und des Kaisers Sohn zu finden.

Ein bisschen Spaß muss sein...
Wie sich die Jagd durch’s All gestaltet, ahnen Kenner solcher Genre-Perlen (sowie Cozzi-Kenner) bereits. Und sie sollen Recht behalten. Bikini-Fights, Laser-Space-Battles, riesige Kreaturen, die den Begriff Stop-Motion auf schändliche Weise neu definieren, Frisuren aus der Mikrowelle, noch mehr bunte Laser-Imitate und DAVID HASSELHOFF.
Ja, ’the Hoff’ ist hier in einer seiner ersten Rollen zu sehen, was besonders amüsant ist, da sein Co-Star Marjoe Gortner sowohl die selbe Frisi, als auch ein verdammt ähnliches Antlitz wie Hasselhoff aufweisen kann. Eigentlich war es völlig sinnlos, zwei Kanaillen dieses Schlages zu casten. Die Darsteller sind dufte auf das Italo-Trash-Niveau geeicht, agieren also wie Disco-Boys (Gortner), rumstehende Geigen (Hasselhoff) und Katalog-Models (Munro). Den peinlichen Höhepunkt schenkt uns Joe Spinelli als intergalaktischer Megalomaniac (mit einem weiteren Frisur-Verbrechen), dessen Auftritte (Grinsen, Fingerwedeln, Grinsen, Zähneblecken, Cape schwingen, Grinsen) später ganz bestimmt Einfluss auf John Steiners Darstellung des 'Jaffar' gehabt haben müssen (vor allem sein Ableben ist ein Brüller!). Ein absoluter Oberhammer sind auch die Schlussworte von Christopher Plummer, die er mit einer dermaßen einfältigen Mimik vorträgt, dass selbst Helge Schneider sich davon eine Scheibe abschneiden könnte.

Achtet doch mal bitte auf
den Schatten am äh Himmel!
Bildstörungen werden als Special-FX verkauft und sowohl Ex- als auch Interieurs der Raumschiffe sind aus bemalten Eier-Schachteln und güldener Alu-Folie gebastelt, die dem Film eine Extra-Portion Trash verleihen (sich aber seit einiger Zeit äußerst tauglich für die Verpackung von Hanuta-Waffeln erwiesen hat).
Wem das an Unfug noch nicht reicht, dem sei versichert, dass es noch unzählige weitere Sinnfreiheiten gibt. Im letzten Drittel donnern zum Beispiel bemannte Torpedos von Lord Zarth Arn (klingt wie ’ne Bitterschokolade-Abführmittel-Kombination) in die Fenster des imperialen Raumkreuzers, um dort ihren ’Inhalt’ auszuladen, der auch gleich wild drauf los ballert. Nun gut, ich bin selbst noch nie im Weltall gewesen, war aber bisher der Meinung, dass es keine gute Idee sei, etwas aus dem luftleeren Raum in das ähm ’Fenster’ eines Raumschiffs zu feuern (aber was weiß ich schon?).

Mimik-Warm-Up bei Cozzi!

’Star Crash’ ist ein Musterbeispiel an stümperhafter Weltraum-Trasherei, dadurch (und nur dadurch!) aber auch mit einem gewissen Unterhaltungswert versehen. Natürlich ist hier nicht mal drin, was bei George Lucas anno '77 auf dem Boden des Schneideraums gelandet wäre. Für wen das eine Unterhaltungs-Garantie ist, der greife zu.

Hudson