Die Schwarzen Zombies von Sugar Hill


‘Meet SUGAR HILL and her ZOMBIE HIT MEN...The Mafia has never met anything like them!’


Originaltitel: Sugar Hill (1974) Regie: Paul Maslansky
Drehbuch: Tim Kelly
Darsteller: Marki Bey, Robert Quarry, Don Pedro Colley FSK: 16


Anfang der 70er grassierte der Blaxploitation-Boom und nachdem ’Shaft’ die Straßen aufräumte und noch bevor ’Superfly und ’Coffy die Raubkatze’ es ihm gleichtun konnten, betrat ’Sugar Hill’ die Bühne und stellte die neue Bewegung mithilfe des ebenfalls vor kurzem populär gewordenen Zombie-Subgenres auf den Kopf.

Apropos Kopf...

Diana ’Sugar’ Hill (Marki Bay), die schwarze Mamba aus Langstons Bar um die Ecke schwört bittere Rache, als Gangster ihren Geliebten zu Tode prügeln. Sie wendet sich an Voodoo-Mama Maitresse, welche wiederum den Totenbeschwörer Baron Samedi konsultiert, der im Tausch für ihre Seele eine kleine Armee von Untoten Afros aus der Erde zaubert, die dem Verbrecherpack auf phantasievolle Art und Weise einheizen sollen…

Hab ich schon erwähnt, dass die meisten Gangster weiß sind und die Guten alle Schwarz? Ja komm, wollen wir mal nicht so sein, da gab es halt eine Menge zu kompensieren.

Give'er some sugar!
Schwarze werden grundsätzlich mit ’Boy’ (“I gotta Banana-Boat in from Costa Rica. What do you say boys? All bananas you can eat and pay too?”) oder ‘Nigger’ angesprochen, die weiße Hure von Gangster Morgan (Olen Ray Regular Robert Quarry) ist dumm und neidisch auf die Qualitäten der schwarzen Raubkatze Sugar und der einzig nette Bulle hat einen Afro von der größe Zehlendorfs. Wenn’s damals wirklich so zuging, kann ich schon verstehen, dass das gefälligst auch mal thematisiert wurde. Wenn das alles aber nur an den buschigen Haaren herbeigezogen ist… SKANDAL!
Marki Bay macht sich fantastisch in einer Doppelrolle als verführerische Diana (Haare elegant glatt) und taffes Revenge-Chick Sugar (Haare voluminös kraus) und auch Quarry (’War Lords’) & Don Pedro Colley (’Der Pate von Harlem’) haben sichtlich Spaß an ihren überkandidelten Charakteren.
Der Film punktet vor allem durch seine einfallsreichen Bestrafungen der Schurken. Vom Schweinefraß über erzwungenen Selbstmord und einer Zombie-Massage, bis hin zu Voodoo-Puppen-Terror, einem Begräbnis im Schlangensarg und untoten Hühnerfüßen gibt’s hier einiges zu sehen, was im Unterhaltungs-Zentrum des Gehirns für eine kräftige Polka sorgen dürfte.

Dieses Weißbrot ist ins falsche Ghetto gestolpert.

Gelgentlich macht es sich zwar das Gähn-Teufelchen zwischen amüsant maskierten Spinnweb-Zombies und ein paar Spritzern Motown-Mucke gemütlich, doch unbedarfte Pulp-Fans, die nicht auf Political Correctness bestehen, dürfen sich diese von B-Movie-Zampano Samuel Z. Arkoff (’Mutan-Bestien gegen Roboter’) produzierte Afro-Zombie-Posse vorbehaltlos reindrücken.


Hudson