Syngenor


‘Product of science - nightmare from hell’


Originaltitel: Syngenor (1990)
Regie: George Elanjian Jr. Drehbuch: Michael Carmody & Brent V. Friedman
Darsteller: Starr Andreeff, Mitchell Laurance, David Gale FSK: 16


Syngenor – Das steht für ’Synthetisch Genetischer Organismus’.

“Los weiter!“ “Wohin?“
“Weiß nich!“ “Dann los!“
Und genau dieser bricht während eines Schäferstündchens zweier Angestellter des Konzerns ’Norton Cyberdyne’ (huh?) aus seinem überdimensionalen Reagenzglas und bringt diesen um. Kurz darauf stellt sich heraus, dass die ganze Geschichte vom Aufsichtsrat des Konzerns geplant war. Der Syngenor wurde als ’Soldat der Zukunft’ konzeptioniert. G.I. Joe hat ausgedient.
“Sie reproduzieren sich asexuell in einem Zyklus von 24 Stunden.“ verlautbaren die Wissenschaftler. Ungünstig, denn im Keller von ’Norton Cyberdyne’ wachsen die Viecher zu einer Meute heran. Firmen-Boss Carter macht derweil einen Selbstversuch mit dem Syngenor-Serum (warum auch immer, an Logik fehlt’s hier soieso gewaltig), während eine eiskalte Business-Lady die führenden Köpfe des Konzerns gegeneinander ausspielt. Ob die Tochter eines ermordeten Wissenschaftlers und ein story-geiler Journalist die Sache klären können?

Wer weiß und wen schert’s…

’Syngenor’ folgt laut imdb.com dem Film ’Entsetzen - Dem Grauen auf der Spur’ von William Malone (’Haunted Hill’) und ist ein recht plattes, zuweilen saudämliches Mutations-Filmchen, dessen trashiges Titelmonster nur von der Abscheulichkeit der weiblichen Frisuren übertroffen wird.
Immerhin reicht das hier und da für die eine oder andere lustige Szene. Zum Beispiel jene, in der die Hauptdarstellerin in den Keller des bösen Konzerns einbricht und dort unten eine Art Museums-Ausstellung vorfindet, die nicht nur alle finstren Machenschaften und Pläne der Firma aufdeckt, sondern sie sogar mit einem waschechten Museums-Guide-Voice-Over begrüßt:

Das Leben des David Gale
“Willkommen in der Wunderbaren Welt von ’Norton Cyberdyne’. Jahrelange Forschung und Entwicklung haben unseren Konzern zu einem weltweiten Führer von Waffen und Kriegsmaterial werden lassen. Trotzdem ist die Verhütung eines Krieges unser höchstes Ziel. Nicht nur, dass hier ein Syngenor ausgestellt ist (den die Dame natürlich fotografiert … diese Touris!) und ein Ausstellungsstück in Form eines Fachwerkhauses (!) mit Rakete unterm Dach (Aufschrift: ’Suburbian Missile Silo’) zu finden ist, nein, auf einem Monitor läuft sogar ein Promo-Video, in dem ein freundlich gen Kamera winkender (!) Syngenor zu sehen ist. Da wundert sich selbst der Wachmann: “Scheiße, in was für einem Laden arbeite ich eigentlich!“
Das Monster sieht aus, als hätte man Jack Arnolds ’Creature from the Black Lagoon’ mit Gigers ’Alien’ und dem ’Guyver’ in einen Ofen geschoben und zu spät rausgeholt. Da lacht das Herz aller Trashmonster-Freunde.
Die Darsteller sind bis auf eine Ausnahme nicht der Rede wert. Und zwar David Gale (bekannt als Dr. Hill aus ’Re-Animator’), der wirklich perfekt besetzt ist. Seine exaltierte Show des Bösen trägt immerhin seinen Teil zur ansonsten recht mageren Unterhaltung bei (“Ich will, dass jeder, der sich mir in den Weg setzt, eliminiert wird … und ich will, dass die gottverdammte Klima-Anlage repariert wird!“)
Abgesehen davon gibt es Kurzauftritte von Lewis Arquette (dem Vater der gesamten Arquette-Sippe) und der Tochter von William Shatner, die hier eine naive Tippse gibt (macht sie gut!), die in einem überladenen Stromkasten gegrillt wird (macht sie schlecht!)

“Vorsicht, hinter dir! Die Kanone aus Bild zwei!“

Fazit: ’Syngenor’ klingt irgendwie nach ekligem Haarwachs und sieht auf dem Bildschirm auch beinahe so aus. Ein lachhaft schlechter Beitrag zum toten Horror der frühen Neunziger, einer Zeit in der es von solchen Gurken geradzu wimmelt.

Hudson